Savoy Ballroom Dancers
 
Auszug aus der Geschichte des Tanzes
Der Tanz (aus dem ital. danza) oder einfach gesagt, Gefühle über Körperbewegungen ausdrücken, ist aus uralten Ritualen entstanden. Bei diesen religiösem Ritualen wurden Götter mit Tanzbewegungen verehrt. Die ältesten Dokumentationen über das Tanzen sind zwischen ca. 4000 und 7000 Jahre alt.

Ab dem 15. Jahrhundert wurde der Tanz an den europäischen Höfen gesellschaftsfähig, wenn auch vorerst nur als Zeitvertreib. Ab dem 16. Jahrhundert wurden die Sitten freier und der Tanz schneller und spektakulärer, was mehr körperliche Beweglichkeit forderte und auch mehr Spaß machte. Tanzschulen entstanden und unterrichteten den Adel. So konnten sich die Tänze schnell über die Landesgrenzen hinweg verbreiten.

Durch Zunahme der Modetänze Anfang des 20. Jahrhunderts wurde eine Vereinheitlichung der Tänze festgelegt, der (internationale) Gesellschaftstanz: eingeteilt zuerst in Standardtänze (Standard Ballroom Dances: langsamer Walzer, Tango, Wiener Walzer, Slowfox, Foxtrott und Quickstep) und dann zusätzlich in lateinamerikanische Tänze (Samba, Cha-Cha-Cha, Rumba, Paso Doble, Jive).

Jazz- und Swingtänze ( Auszug aus der Entwicklung ) :

Mit SWING bezeichnet man die populärste Stilrichtung der Jazzgeschichte und desweiteren eine ganze Reihe von Tänzen, die ihren Ursprung in den USA haben. Der Rhythmus des Swing hat sich aus der Musik der schwarzen afrikanischen Sklaven (Yoruba & Bantu) und der weißen europäischen Marschmusik gebildet. Begleitet von den Big Bands, die in den großen Ballsälen die Jazzmusik weiter zur Swingmusik entwickelten, entstand Mitte der 1920er Jahre der Swingtanz.

1920er - Charleston
(nach der Hafenstadt Charleston in South Carolina)
Der erste spektakuläre Modetanz war gleichzeitig eine Revolution. 1923 wurde dieser Tanz erstmals nach einer Jazzmelodie in einem Musical in den USA und dann in der Welt berühmt. 1925 eroberte Josephine Baker (1906-1975) mit dem Tanz (oft im Bananenröckchen) im Sturm das europäische Puplikum. Dieser Tanz galt als provokativ und unsittlich, da ihn auch anfangs Frauen zusammen tanzten und man Körperteile wie Hüften, Schenkel und Pobacken auffällig bewegte. Ursprünglich von den Afroamerikanern entwickelt, wurde er aber schon bald etwas harmloser von der weißen Bevölkerung als Gesellschafts(mode)tanz übernommen. Charleston wurde als Paartanz, aber auch als Solotanz getanzt.

1920er/30er - Shim Sham
Der Shim Sham oder auch nur Sham genannt, war eigentlich ein Teil eines Steptanzes. Am Ende einer Aufführung oder Vorstellung kamen meistens das ganze Orchester und Sänger nochmals auf die Bühne und tanzten zusammen eine einstudierte Schrittfolge - den Shim Sham. Dieser Linedance (Reihentanz) wird heute noch gerne auf jedem Swing-Tanzball mit allen Gästen zusammen swingig getanzt. Einmal gesehen und man wird mit Begeisterung angesteckt werden.

1930er - Lindy Hop
(nach Charles Lindbergh, der mit seinem Flug den Atlantik überquerte = hop)
Der Lindy Hop wurde von dem Charleston, dem Colligate und dem Break-Away geprägt. Das Charakteristische ist die indviduelle Interpretation der Bewegungsfreiheit zur Musik. Berühmt geworden ist der Tanz überwiegend durch die Showtanzgruppe "Whiteys Lindy Hoppers" (Savoy Lindy Hoppers) schon Ende der 1920er. Die ersten Aerials (Akrobatiken, Luftsprünge) wurden, von dem schon zu Lebzeiten gewordenen Legende Frankie Manning (1914-2009), entwickelt. Der Lindy Hop wird sehr "schwarz" getanzt: Tief in den Knien stehend mit weit vorgebeugtem Oberkörper, dabei den Po weit rausstreckend.

1930er/40er - Jitterbug
("Zappelphilipp", nervöse Bewegungen, flatterndes Insekt, auch Alkoholiker)
Namensgeber war wahrscheinlich der schwarze Musiker Cab Calloway (1907-1994) ca. 1935, der seine Tanzpaare mit Zitterkäfer verglich. Der Jitterbug wurde parallel zum Lindy Hop getanzt und war eigentlich nur die "weiße" Beschreibung für den Lindy Hop (Hollywood Style). Man springt, kickt, wirbelt die Tanzpartnerin herum und purzelt sogar über die Tanzfläche. Nach 1945 wurde der Jitterbug von den GIs nach Europa gebracht und etwas kultivierter getanzt.

1950er - Boogie Woogie
Der Boogie Woogie ist der authentische Rock 'n' Roll aus den 1950er Jahren. Er ist eine Weiterentwicklung aus dem Swingtanz und ist überwiegend nur in Europa bekannt. Von Charleston, Lindy Hop und Jitterbug beeinflusst, ist er ein ganz neuer Tanz. Obwohl er weiter wie der Swing getanzt wurde, kamen die Paare nicht ins Schaukeln. Denn bei der schnellen Musik wurde mit flinken Füßen alleine aus der Hüfte getanzt. Gerade in der Nachkriegszeit, war dieser Tanz genau das richtige um seinen angestauten Aggressionen Luft zu machen und wie im Rausch bis zur körperlichen Erschöpfung zu tanzen. Heutzutage wird er gerne auch langsam zu Oldies, aber auch schnell zu Swing und dem Rock 'n' Roll getanzt. Man kann Boogie auf die Musik von den 1930ern bis heute tanzen. In den USA ist der Name Boogie Woogie (oder auch Boogie-Woogie) eher unbekannt, dort blieb er einfach der Rock 'n' Roll oder East Coast Swing.

1950er - Rock 'n' Roll
(rock and roll - rock & roll - rocking and rolling = schaukle und wälze)
Die explosionsartige Musik war eine Verschmelzung von Blues und Countrymusik. Sie wurde lauter, wilder und aggressiver und löste bei der Jugend starke Emotionen aus. Parallel zur Rock 'n' Roll Musik ab 1954/55 wurde in den USA aus dem amerikanischen Jitterbug der Rock 'n' Roll Tanz geschaffen. Er wurde wieder schnell und wild getanzt. Charakteristisch sind die Kicks und die Akrobatiken. In Deutschland ist aus dem ursprünglichen wilden Modetanz ein Schau- und Turniertanz mit glitzernden Kostümen, Aerobic und Jazz Dance Elementen geworden, der große körperliche Ausdauer erfordert. Rock 'n' Roll wird heute nur noch in Tanzsportvereinen als Akrobatik Rock 'n' Roll gelehrt. Um Verwechslungen zu vermeiden wurde er Boogie Woogie genannt und blieb der gesellschaftsfähige Tanz.

1950er/60er - Jive
Der Jive hat sich aus dem Rock 'n' Roll, Lindy Hop und Swing entwickelt. Als GIs im 2. Weltkrieg den Jitterbug nach Deutschland brachten und dieser Tanz dann zum Rock 'n' Roll (Boogie Woogie) wurde, empfanden ihn viele als zu ordinär. Deshalb wurde er von englischen Tanzlehrern langsamer, eleganter getanzt, Jive benannt und dann erst anerkannt. 1968 wurde er als 5. Turniertanz bei den lateinamerikanischen Tänzen aufgenommen und 1976 zum Welttanzprogramm hinzugefügt. Auch heute ist er in England noch als Modern Jive bekannt und beliebt.
 
 
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